Variable Frequenzweiche mit Wagos

Variable Frequenzweiche mit Wagos

Wer sich schon einmal an der Entwicklung eines Lautsprechers versucht hat, kennt sicherlich das leidige Problem des so häufig nötigen Bauteilewechsels in der Entwicklungsweiche. Sei es die Lüsterklemmenvariante, die zwar zuverlässig aber doch recht mühsam funktioniert, oder die leidige Krokoklemmengeschichte, die zwar einen einfachen Wechsel der Bauteile erlaubt, aber leider a) Einen wilden Haufen an Frequenzweiche-und-Kabel-Gemisch verursacht und b) einen vor nicht gerade angenehme Überraschungen stellt, so man die letztendlich ermittelte Weiche lötet und nachmisst … Das Ergebnis weicht in der Regel erheblich von Soll ab.

Hier stelle ich Euch nun meine Version der variablen Entwicklungsweiche vor. Kostenpunkt um 15€. Dauer des Zusammenbaus ca. 15 Minuten.

Ein Frequenzweichenklemmbrett (Weichenbrett) , das wirklich funktioniert!!!

Wie wohl viele Andere auch,fand ich das von Klang und Ton empfohlene Weichenbrett mit den günstigen Lautsprecherterminals hoch interessant. Ich habe es zwar nicht aufgebaut, aber einen Beutel voll mit solchen Terminals bestellt. Nach einigen Erfahrungsberichten in diversen Foren und einer Begutachtung der Terminals beschloss ich das Weichenbrett so doch nicht aufzubauen, und die Suche nach besseren Lösungen begann.

Mit Diesen, oder Ähnlichen Terminals sollte das Weichenklemmbrett aufgebaut werden

Lautsprecherterminal

Das Problem an diesen Terminals ist der zu hohe Übergangswiderstand. Da wird ein dünnes und sehr weiches Blech auf noch weicheres Plastik gepresst, und das Ganze mit der Kraft eines, sagen wir Haushaltsgummis … Wie soll da eine, der Lötstelle ebenbürdige Verbindung entstehen?


Ein kleines verlinktes Bildchen im Diy-Hifi-Forum hat mich dann auf den Trichter gebracht. Ich bin dem User sehr dankbar dafür: Du hast mir wirklich meine Arbeit erleichtert!

Die Alternative heißt Wago, und sieht folgendermaßen aus:

Wago mit Klemmleiiste

Erfreulicherweiße sogar im Baumarkt zu bekommen, für ca. 7,5€/10Stück

Um zu verstehen, warum diese Klemmen so gut funktionieren empfehle ich folgendes Video anzusehen:

(Produktinformation der Firma Wago)


Also, ab in den Baumarkt (besser natürlich zum örtlichen Elektrofachhandel) und 2 Packungen gekauft und mit Heißkleber auf ein Stück Pressspan geklebt:

Fertiges Frequenzweichenklemmbrett:

Variable Frequenzweiche mit Wagos

In diesem Fall eine 2-Wege Ausführung. Rot ist die Plus Zuleitung, blau geht zu den Treibern, schwarz die Masse. Zeitaufwand ist ca. 20 Minuten. Kosten ca 15-20€.

Die orangenen Hebel gehen stark auf Zug. Da ist wirklich Spannung dahinter. Wenn man die angeschlossenen Bauteile wieder herausnimmt sieht man, dass tatsächlich eine kleine Kerbe im Metal ist => Wenn man das gleiche Bauteil oft ein,- und wieder ausbaut wird der Draht irgendwann abbrechen. Am Besten die Bauteile gleich mit Litze versehen und die Enden verzinnen. Die Aufnahmen der Wagos nehmen Alles bis 2,5mm² auf. Egal ob solides Kabel oder Litze.

Auch die Leitungen, die „fest“ verbaut sind sollten verzinnt werden um etwaiger Korrosion des Kupfers vorzubeugen.

Was auch noch zu erwähnen wäre: Das Brett ist ungemein flexibel, und so manche Anwendungsmöglichkeit erschließt sich einem erst während der Nutzung. Der Mittel,- und Hochtonzweig der HA-Direct hat jedenfalls ohne Probleme Platz gefunden. Nur einen Treiber messen? Klack-KabelZieh-Mess-Steck-Klack-Fertig … Und der „Klack“ kann einem mächtig auf die Fingernägel knallen. Das passiert aber nur ein paar mal, dann hat man es gelernt 🙂


So nun aber zu wichtigen Teil: Wie schlagen sich die Wagos im Vergleich zu verlöteten Bauteilen?

Um dies herauszufinden habe ich 6 Widerstände á 0,15Ohm zunächst im Klemmbret in Reihe geschalltet und dann die selben Widerstände verlötet und beide Varianten vermessen.

Mit durchaus überraschendem Ergebnis:

Entwicklungsfrequenzweiche mit Wagos Messung

Entwicklungsfrequenzweiche mit Wagos Vergleich

Die gelötete Variante hat höhere Übergangswiderstände, als die Wago-Variante (0,002Ohm auf 5 Verbindungen verteilt).

Um sicher zu gehen, dass keine Lötstelle fehlerhaft war, habe ich diese noch einzeln gemessen:

Entwicklungsfrequenzweiche Messung Lötstelle

R<= 0,001Ohm. Das Ergebnis war bei allen Lötstellen gleich.


Fazit:

Es ist definitiv davon auszugehen, daß die auf dem „Wagoklemmbrett“ erstellte Weiche mit der Verlöteten deckungsgleich sein wird. Bei der Entwicklung der Direct HA-Edition kam das Weichenbrett zum ersten mal zum Einsatz und hat genau das getan was es tun sollte. Die Messungen der verlöteten Weiche waren identisch mit denen des Klemmbretts. Auch kam mir die Idee serienmäßig in meine Weichen Wagos zu bauen, zB für den Spannungsteiler des Hochtöners, um Modifikationen jederzeit einfach und schnell durchführen zu können.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blue Captcha Image
Refresh

*