DXT-MON-STAND Schlanker Standlautsprecher mit Seas DXT 27TBCD/GB und Wavecor WF152BD06

dxt-mon-stand

Eigenschaften

  • außergewöhnlich reiner und neutraler Klang
  • äußerst gleichmäßige Abstrahlcharakteristik
  • überragendes Auflösungsvermögen
  • geringste harmonische und nichtlineare Verzerrungen

DXT-MON-STAND ist ein, nur 18cm breiter Standlautsprecher auf Basis des Referenzlautsprechers DXT-MON. Die Messergebnisse beider Lautsprecher decken sich annähernd zu 100%, abgesehen von merklich mehr Tiefgang bei der Standversion (-3dB ~44Hz). Trotz der geringen Größe zeigt DXT-MON-STAND eine beeindruckende Pegelfestigkeit.

Die Frequenzweiche entspricht fast vollständig der von DXT-MON. Es müssen lediglich zwei Widerstände angepasst werden.

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ohm
  • Trennfrequenz: 1800Hz LR4
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 83 dB
  • Prinzip: 2 Wege, Bassreflex
  • Maße (HxBxT): 900x180x208mm
  • Nettovolumen: 12,5l
  • Frequenzbereich (-3dB): 44-40000Hz

Anwendungen

  • Anspruchsvollste Stereoanwendungen in kleinen bis mittleren Räumen
  • Heimkino: Main und Rear

Bestückung

Wavecor WF152BD06

Klang & Ton 02/2013

In dieser wie in allen anderen Hinsichten ist das neue Chassis perfekt: Selbst bei 95 Dezibel macht der Treiber so gut wie keinen Klirr, hat bis fast 10 Kilohertz keine Resonanzen und zeigt einen perfekt ausgewogenen Frequenzgang… Die Verarbeitung ist Waveor-typisch excellent – man hat nur die besten Materialien verbaut.

Seas DXT 27TBCD/GB (H1499) : Zum Test

Messungen:

Weitere Messungen: DXT-MON

Gehäuse

18mm Plattenmaterial, mit innen aufgeklebtem Alubutyl (doppelt). Die Front hat eine stärke von 28mm.


Florians WaveWall Heimkino Teil 2

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Einleitung

Willkommen zurück zu Teil 2 meiner WaveWall Reviews. Zur Abrundung und Aufwertung meines Heimkinos sollten die vier verbleibenden Sammelsurium-Lautsprecher durch passende WaveWalls ersetzt werden. D.h. die Front auf größere WaveWall 182.2 umstellen und die restlichen acht Lautsprecher (incl. 4x Atmos Höhen-Lautsprecher) durchgängig als WaveWall 182 ausgeführt sein.

Da ich wohl der erste treibende Kunde hinter der großen WaveWall war hat mich Alexander ein Stück weit in die Entwicklung eingebunden. So kamen wir überein dass das Gehäuse nicht mehr nur 10cm tief sein muss, sondern etwas tiefer sein darf (14cm), sodass auf die Tasche in der Rückwand verzichtet werden kann. Des Weiteren sollten die schrägen Seiten wegfallen. Als einer der Gründe dafür wäre Faulheit zu nennen, sprich die ganze Konstruktion durfte gegenüber den kleinen WaveWalls etwas einfacher werden, zumal die LS in meinem Falle sowieso später verdeckt sind. Ein weiterer Punkt war das von Alexander empfohlene in-wall statt on-wall-Konzept, dazu später mehr.

2x TMT + 1x HT waren die klaren Rahmenbedingungen, aus Gründen der Homogenität innerhalb der WaveWall-Familie logischerweise die gleichen Chassis wie bisher und ebenfalls geschlossene Gehäuse. Die Frage der Anordnung TMT/TMT/HT oder TMT/HT/TMT musste noch geklärt werden. Wir wählten das gefälligere Aussehen von TMT/HT/TMT verbunden mit der Vorfreude auf einen leichten d’Appolito-Effekt und dem Verhalten als Punktschallquelle. Nach Alexanders Simulationen war das auch für den Klang insgesamt die bessere Wahl. Die schlussendliche Bauform legt eine akustisch transparente Leinwand (AT) nahe, da der Center ganz offensichtlich nicht darauf optimiert ist besonders schmal unterhalb einer Leinwand platziert zu werden. Eine AT-Leinwand ist für ein gelungenes Heimkino meines Erachtens sowieso ein Muss. Seit ich einmal den Effekt „Center in Bildmitte“ getestet habe ist für mich klar, dass diese deutliche Verbesserung der Bild-Ton-Verschmelzung den unumgänglichen leichten Qualitätsverlist der Bildqualität locker rechtfertigt.

Bau

Dank rechteckiger Form und fehlender Rücken-Tasche fiel der Gehäusebau deutlich einfacher als bei den kleinen WaveWalls. Sicher spielt hier mittlerweile auch meine Erfahrung eine Rolle, da ich nun in Summe 19 Lautsprecher für das Heimkino gebaut habe und sich ein gewisser Lerneffekt einstellt. Oberfläche wieder mit Warnex-Strukturlack gerollt. Den Bau der eckigen WaveWall 182.2 würde ich als anfängerfreundlich bezeichnen.

Einbau

Um die für den Frequenzgang stark empfohlene in-wall-Installation zu erwirken habe ich kurzerhand ein paar Bretter um die Lautsprecherfront positioniert. Der Rest ist mit Steinwolle ausgestopft, das Ergebnis der Einmessung ist tadellos und somit wohl „wandig“ genug. Die mit Alexander vereinbarte 3dB-Hochton-Anhebung der Center-Weiche glich die Dämpfung der Leinwand perfekt aus. Punktlandung.

Klang

Meine klangliche Erwartung an die großen WaveWalls im Unterschied zu den „Kleinen“ war etwas schizophren. Auf der einen Seite sollten Sie natürlich nochmals „besser“ sein, auf der anderen Seite natürlich möglichst ohne Unterschied an die kleinen WaveWalls anschließen. Ein klassischer Zielkonflikt, der im Prinzip bei jedem Heimkino-Lautsprecherset besteht. Im Sinne der Homogenität sind alle Lautsprecher identisch natürlich das Optimum. Andererseits besteht so der Verdacht die Ressourcen nicht optimal eingesetzt zu haben. Hätte man das gleiche Geld nicht besser zum größeren Teil in die wichtigeren Front-Lautsprecher stecken sollen? Sind die Höhenlautsprecher wirklich genauso wichtig?

Bei mir lautet die Antwort darauf: 3x Front große WaveWalls; restliche acht als kleine WaveWalls. Das ist im Bezug auf die „kleinen“ Jammern auf hohem Niveau, da diese immerhin die gleichen hochwertigen Chassis nutzen (besser als bei so mach anderem kommerziellen Heimkino-Set, das nur optisch ähnlich ist!). Außerdem spielen die „Kleinen“ alles andere als klein und können durchaus das Klangvolumen eines mittleren Stand-Lautsprechers bieten (auch der AVR attestiert „groß“ als Messergebnis).

Wie war nun also der erste Höreindruck?

„Same, but different“ spricht da ein Inder mit wackelndem Kopf vor meinem geistigen Auge. (Entschuldigt bitte die Stereotype, ich kenne Land und Leute nur oberflächlich, es ist nicht böse gemeint). Meine Ohren waren durch zigfaches Einmessen und Probehören gut auf die kleinen WaveWall-Lautsprecher „geeicht“. Ich erwartete nur kleinste Unterschiede und fürchtete schon mir das Upgrade Mangels deutlichem Unterschied nachher schönreden zu müssen. Doch es kam anders. Die Unterschiede waren größer als erwartet, ein sofortiger WOW-Effekt war da. Stärkere Räumlichkeit in der Tiefe, „luftigerer“ Klang (d’Appolito lässt grüßen), sowie nochmals einen entspannteren Punch im Bassbereich. Nun steht nochmals höheren Pegeln wirklich nichts mehr im Wege. Wobei ich wohl langsam zur Vernunft kommen sollte. Besucher quittieren meine Vorführlautstärke in der Regel mit ungläubigen Blicken. In die schelmische Freude über solch ein körperliches, fettes Klangerlebnis mischt sich die Angst ob dies der Gesundheit noch zuträglich sei. Mittlerweile hängen alle Lautsprecher an externen Endstufen (größtenteils Crown XLS 1002). Eine gute Entscheidung, allein schon um eine Kernschmelze bzw. Schutzdrosselung im AVR zu verhindern. Der Klang dankt es mit deutlich gesteigerter Dynamik. Ohne externe Endstufen würde ich die Wavewalls nur übergangsweise empfehlen, da geht einfach zu viel Potential verloren. Selbst eine billige t.amp e400 wie ich sie derzeit an Höhenlautsprechern verwende bringt bereits Vorteile.

Wie steht es mit dem potentiellen Nachteil, dass die Lautsprecher sich schon zu stark von ihren kleinen Geschwistern unterscheiden? Auch hier ist Jammern nur auf höchstem Niveau möglich, dafür sind sich die WaveWalls dann doch zu ähnlich. Wunderschön, wenn selbst die Höhen-Lautsprecher mit ordentlichem Bassdruck zu Werke gehen können. Definitiv kein Vergleich zu den häufig anzutreffenden Spar-Ergänzungslautsprechern „für oben“, die gerne nach dem Motto „dort ist es egal“ verkauft werden. Doch nochmals, Hand aufs Herz, die ehrliche Antwort zur Homogenität: Ja, wer das letzte Quäntchen Homogenität möchte, der muss auch die restlichen Lautsprecher als WaveWall 182.2 ausführen. Ein möglicher weiterer sinnvoller Kompromiss könnte auch zusätzlich zur Front SR und SL in groß sein. Doch da stellt sich wieder die Frage ob man dann nicht besser hätte… …ihr wisst was ich meine.

Lautstärkemäßig ist nun in Verbindung mit den Endstufen ein hoher Echt-Kinopegel bei gutem Klang problemlos möglich (der Raum hat 30qm, 2,05m Höhe, sehr viel Absorberfläche, die für hohe Pegel meines Erachtens unerlässlich ist). Für die D+M-AVR-Nutzer: Meine Default-Film-Lautstärke ist 70, d.h. Actionszenen am 3,5m entfernten Hörplatz ergeben um 80dBA, ab und an darf es auch mal zu Vorführzwecken 90dBA sein. Gemessen ohne Subwoofer-Bass-Überhöhung (der bass erfolgt linear über ein DBA).

Psssst: Natürlich können die Lautsprecher auch leise spielen, auch wenn bei mir der Fokus auf mittleren bis höheren Lautstärken liegt. Wer nur leise hört, für den sind die WaveWalls schon in der kleinen Version eher überdimensioniert. In riesigen Heimkino-Säälen mögen die Wavewalls irgendwann natürlich auch an ihre Grenzen kommen. Bei meinen mittleren 30qm kann ich ruhigen Gewissens sagen: Reicht.

Zum Schluss sei noch einmal auf meinen vorherigen Bericht verwiesen. Was dort steht trifft im Wesentlichen auch auf die 182.2 zu.

Fazit

Nachbau empfehlenswert! Um es etwas reißerisch abzuschließen: Die WaveWall 182.2 können es problemlos mit Wand-Heimkino-Fertiglautsprechern der 1500-2000€-Klasse aufnehmen. Unterhalb von 1000€ haben sie jedenfalls keine Konkurrenz zu fürchten.

Steffens DXT-MON Standlautsprecher

dxt_mon_stand_haMeine Lautsprecher Odysee hat vor einigen Jahren angefangen und ging aus von diversen Fertiglautsprecher in der Preisklasse 1000-2000 Euro. Darunter waren Modelle von KEF, Canton, Nubert, Elac, Phonar und Audio Physic. Die waren alle natürlich keinesfalls schlecht, sicher nicht. Jedoch habe ich es in meinem Hörraum mit keinem der Lautsprecher geschafft auch nur annähernd an das Stereoabbild zu kommen, das ich beim Probehören beim Händler in einem akustisch guten Raum erfahren habe. Folgerichtig beschäftigte ich mich erstmal mit der Optimierung meines Hörraums, allerdings gibt es da natürlich gewisse Grenzen.

Mittlerweile hatte ich auch gelernt wie wichtig das Bündelungsverhalten von Lautsprechern ist. Hier sind aber praktisch alle Fertiglautsprecher sehr breit und unkontrolliert abstrahlend, wenn man mal von Studio Monitoren absieht. Über verschieden Breitbänder bin ich dann in die DIY Ecke gewechselt. Und in der Tat verbesserte sich die Stereoabbildung in meinem Raum erheblich mit der verstärkten Bündelung der Breitbänder im Hochtonbereich. Das ganze war allerdings erkauft mit einem sehr engen Sweet Spot, hörbar reduzierter Auflösung im Hochtonbereich sowie tonalen Fehlern. Die Suche ging also weiter.

Dann bin ich auf bündelnde Konzepte mit Waveguide gestoßen und damit auch recht bald auf Alexander Heißmann. Kurze Zeit später hatte ich die DXT-RLY bei mir zu Hause zum Testen, und war sehr angetan, verknüpfte sie doch eine kontrollierte Bündelung mit einer absolut neutralen Wiedergabe, die Raumabbildung war exzellent, der Klang löste sich vollständig von den Lautsprechern. Einziger Knackpunkt: ich wollte unbedingt einen kleinen schlanken Standlautsprecher und keine Regalbox…Allerdings lies sich Alexander recht schnell davon überzeugen, dass eine schlanke Standbox sein Portfolio doch hervorragend erweitern würde 😉 Und so kam es, dass Alexander (nach einigen Nächten des Simulierens nehme ich an) grünes Licht für einen Standlautsprecher auf Basis der DXT-MON gab. Aus vorherigen Projekten hatte ich bereits 2 Hypex DSP Verstärker, daher sollte das ganze dann vollaktiv werden.

Alexander stellte mir also einen Bausatz zusammen, Holz kam aus dem Baumarkt (28mm MDF für die Front, 18mm MPX Birke für den Korpus), dann ging es los mit Fräsen, Leimen und Schleifen…

Da ich bereits ein paar Lautsprecher zusammen geklopft hatte war das Fräsen der Chassis mit der Oberfräse und das Zusammensetzen des Gehäuses kein Thema mehr. Allerdings hatte ich noch nie schräge Fasen angebracht, das war also Neuland. Hierzu habe ich Stahlleisten (aus dem Baumarkt) mit Schraubklemmen befestigt. Ich hatte zuerst die Fuchsschwanz-Methode versucht (entlang der Kante runter sägen), jedoch verkantete die Säge ständig. Ich bin dann auf den Schwingschleifer umgestiegen. Mit einem 40er Blatt verwandelte sich das MDF doch recht zügig in Staub, die Fase gelang perfekt. Alexander hat mir auch noch eine Methode mittels Oberfräse geschildert, die habe ich jedoch nicht ausprobiert, da das MDF so leicht zu schleifen war.

Zweite Crux war für mich der Ausschnitt für das Bassreflexrohr. Ich kann nur jedem empfehlen die Fräsung erstmal an einem Probestück vorzunehmen, da gefühlt nur wenige Mikrometer den Unterschied zwischen „geht nicht rein“ und „Mist, sitzt viel zu locker“ ausmachen können. Der Rest ging dann schnell, Dämpfung mit Alubutyl angebracht, Verkabelung, Dämpfung rein, Chassis rein.

Für die Endabstimmung bin ich dann mit den beiden Prototypen zu Alexander gefahren, dort haben wir die Feinabstimmung der DSP Weiche vorgenommen, die Dämpfung des Lautsprechers noch komplett optimiert und auch die finale Bassreflexabstimmung durchgeführt.

Es folgte ein Probehören auch im direkten Vergleich mit der DXT-RLY. Beides tolle Lautsprecher mit naturgemäß ähnlicher Abstimmung, die DXT-MON-STAND geht aber schon nochmal hörbar tiefer in den Bass-Keller. Ansonsten verfügt sie über alle oben erwähnten Tugenden:

    • absolut neutrale Tonalität
    • völlige Loslösung der Musik von den Lautsprechern
    • hervorragende Stereoabbildung
    • tolle Detailauflösung im Hochtonbereich
    • knackige und schnelle Bässe

Nach einem langen Tag voller Pink Noise und hunderten von Messungen bin ich glücklich mit 2 DXT-MON-STAND Lautsprechern heimgefahren und wurde auch im weiteren Verlauf nie enttäuscht! Nochmals vielen Dank, Alexander!
Achso, ein Problem habe ich noch nicht gelöst: da ich keinen Tag mehr auf die Lautsprecher verzichten will konnte ich bisher das endgültige Finish nicht vornehmen, angedacht ist es, die Front mattschwarz zu lackieren…

Nachtrag …

Und das mit dem mattschwarzen Finish hat dann doch noch geklappt 🙂

Marcos Samuel-HQ, Center-HQ und Kompakt-HQ

Kurzer Rückblick

Ich bin vor ca. zwei Jahren mit dem Schallplatten Virus infiziert worden. Also zog ein Plattenspieler ein (Aktueller Stand: drei Dual 701,732,741), danach ein Verstärker (Dual CV 1700) und ein Röhren Verstärker (Reussenzehn Tube Slave S). Jetzt fehlten nur noch die passenden Boxen.
Das Profil für diese Boxen war:

  • ein guter Tiefton ohne Sub Unterstützung
  • Standboxen
  • für den Röhren Verstärker geeignet

Nach längeren Lesen in diversen Foren, mit den üblichen Verdächtige, stieß ich auf die Samuels von Alexander Heißmann.

Bei einem netten Telefongespräch, war klar die passen wie Arsch auf Eimer und was soll ich sagen… Ich wurde nicht enttäuscht, erlebe Musik neu, höre Dinge die davor nicht da waren.
Da mein Hörraum gleichzeitig auch mein Heimkino ist dauerte es nicht lange und sie kamen als Frontlautsprecher zum Einsatz. Danach war klar das Teufel Theater kann ausziehen und ein paar Emails später stand fest die HQ Kompakt werden gebaut.

Baumappe gekauft, den Holzzuschnitt bei unseren Baumarkt in Auftrag gegeben, Chassis und Bauteile für die Frequenz Weichen bestellt.
Frequenz Weiche gelötet …das ging schon wesentlich leichter von der Hand, da ich bei den Samuel’s Alexander ganz schön gelöchert hatte. Das MDF nach Bauplan verleimt, die Chassis mit der Oberfäse + Fräszirkel ausgefräst.

War bis dahin kein Problem, was mir allerdings nicht gefallen hat war die Lösung mit den Hochtöner. Der Sitzt normal in einen HT Rohr, habe mir dafür ein Gehäuse gebaut, das mir mehr zugesagt hat. Das ganze würde dann nach Einhaltung der Masse Höhe und Tiefe des Hochtöners auf die Box geleimt.

Die Lautsprecher sind dann erstmal ordentlich geschliffen worden, danach wurden sie grundiert und mit schwarzer Farbe gerollt. Als Finish hab ich wie bei den Samuel’s Granit Effekt Lack von belton verwendet.

Ist super einfach zu Verarbeiten und kaschiert auch kleine Fehler. Man sollte als Grundton in etwa das Finish wählen, so spart man sich einige Sprüh Vorgänge und es deckt besser. Zum Schluss noch den Effekt Klarlack von belton aufbringen, Chassis und Box verheiraten und genießen.

Der Klang der HQ Kompakt ist nahe an den Samuel’s im Hoch- und Mittelton, der Tiefton ist bei weiten nicht so wuchtig wie bei den Samuel’s. Die HQ Kompakt passen perfekt zu den Samuel’s so wie es ja auch sein soll.

FAZIT

Passen bei mir genau so rein, die Samuel’s spielen bei Platten alleine, bei Filmen kommen die HQ Kompakt dazu und bald auch der Subwoofer SPH-380TC BR.

Matthias DXT-MON

Vollaktiv, mit dem DDRC-24 von Mini-DSP und Ice-Power Endstufen

 

Vor einiger Zeit mit dem DIY-LS Virus angesteckt, habe ich interessiert die Entstehungsgeschichte der DXT-Mon verfolgt – letztlich konzipiert in „Konkurrenz“ zu einem weit verbreiteten Referenzmonitor gleicher Größe. Die bisher hochwertigsten LS die ich besaß waren kompakte Focal mit Beryllium-HT, als aktuelle Referenz dienen mir vor allem Stax- und Audeze-Kopfhörer mit entsprechenden DIY-Verstärkern.
Nachdem ich für mein kleines „Musikzimmer“ schon eine Weile auf der Suche nach hochwertigeren neuen Lautsprechern war, passte das fertige Produkt genau in mein Beuteschema.
Als schließlich noch klar wurde, dass Alexander zu seinem Projekten auch die DSP-Daten für gängige Systeme herausgibt, gab es kein Halten mehr, denn ich wollte von Anfang an aktiv bauen. Gebaut wurde die 9,5l-Version.

Da mir bei der Standard-Form ein Gegengewicht zur doch eher ungewöhnlichen Front fehlte, habe ich lang gesessen und die Gehäuseform ausgetüftelt. Für die Front war auch bald ein schönes Stück Massivholz gefunden, 

Den Rest habe ich ganz nach Alexanders Plan aus MDF gebaut. Gefertigt hat die „schiefen“ Teile ein Bekannter von mir auf der CNC-Fräse, was die Sache sehr einfach gemacht hat. 

DXT-MON aktiv Mini-DSP CNC


Den Massivholzteil habe ich mehrfach mit Hartwachsöl versiegelt, den
restlichen Korpus habe ich wiederum von einem Bekannten mit „Flüssiggummi“ lackieren lassen.


Bei der Übernahme der DSP-Daten gab es kurz Verwirrung*, da scheinbar
nichts passen wollte – nach wenigen (übrigens immer !sehr schnell! beantworteten Emails) war der Fehler jedoch gefunden und ich hatte passende Weichendaten (Als Aktivhardware dienen ein DDRC24 und eine DIY-Endstufe mit IcePower-Modulen).

*Anm.: Es wurden zunächst Biquads für das Mini-DSP-HD verwendet, welches intern mit 96kHz arbeitet. Das DDRC-24 arbeitet jedoch mit einer Taktung von 48kHz => Die Biquads passten nicht. Der Fehler konnte dann aber sehr einfach behoben werden.

Das Ergebnis begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue!

Ich kann hier stundenlang ermüdungsfrei Musik hören, die räumliche Abbildung ist sehr genau und löst sich vollständig von den Lautsprechern.
Mit etwas Bassboost durch den Raum selbst erreichen die LS bei mir etwa 45Hz linear. Entzerrt mittels Dirac Live im Bassbereich vermisse ich hier keinen Subwoofer, auch höhere Pegel stecken die „Kleinen“ problemlos weg.
Alles in Allem ein Lautsprecher, der für mich keine Wünsche offen lässt und die gesetzten Erwartungen noch weit übertroffen hat.

 

Florians WaveWall Heimkino

Auf der Suche nach meinem perfekten Heimkino-Lautsprecher

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Das Heimkino sollte schöner werden und auch: Besser klingen. Außerdem hatte ich Lust auf einen Lautsprecher-Eigenbau. Da mir zur Eigenentwicklung das nötige Know-How fehlt lag ein Bausatz nahe. Ich suchte Lautsprecher die flach sind, da sie hinter einer schalltransparenten Leinwand betrieben werden sollten ohne den Raum unnötig zu verkleinern. Außerdem möglichst für On-Wall geeignet. Auch für die seitlichen und hinteren Lautsprecher finde ich flache On-Wall-Lautsprecher optimal, da so auch die seitlichen Sitzplätze noch halbwegs ausgewogen beschallt werden können. Ragen die Lautsprecher weit in den Raum hinein, so ist der Entfernungsunterschied zu Hörern außerhalb des Referenzplatzes verhältnismäßig größer („das linke Ohr klebt am linken Rear-LS, während rechts noch 2m Platz ist…“).

Beim Abstrahlverhalten bevorzuge ich eine gutmütige, breite Abstrahlung ohne Verfärbung. Auch hier geht es mir um die lieben Mitgucker auf den billigen Plätzen, da ich zugeben muss, dass ich den Referenzplatz meist selbst beanspruche.

In Punkto Pegel wurde mir von Freunden bescheinigt, dass ich gerne laut höre bzw. die erste Frage in einer Demo geht immer Richtung der Nachbarschaftsbeziehungen. Ich selbst würde sagen, dass ich gerne laut, aber nicht extrem laut höre, also durchaus ähnlich vom Pegel her wie in einem kommerziellen Kino. Das sollten die Lautsprecher natürlich bringen können. Tiefbass ist mir hingegen bei Musik und Sprache nicht so wichtig. Bei Heimkino-Effekten wie Explosionen kümmert sich darum sowieso ein „kleines“ DBA aus 8x 12“-Subwoofern.

In Punkto Klangcharakteristik weiß ich mittlerweile, dass mir Bändchen und AMTs meist zu weich klingen und Hörner und Piezos zu schrill. Sprich eine normale Kalotte scheint für mich als Hochtöner passend zu sein. Dazu sollten die Lautsprecher natürlich ins Budget passen. Möglichst hochwertig, aber auch nur so teuer, dass ich es mir leisten kann nach und nach selbst ein ausgewachsenes 7.1.4-Atmos-Setup, also insgesamt elf Wavewall 182-Lautsprechern zu betreiben.

Alle geschilderten Anforderungen erfüllen die Wavewall 182. Damit war für mich die Entscheidung gefallen mit drei Stück (Left, Center, Right) loszulegen.

Der Bau

So oft das Endergebnis mittlerweile bewundert wurde („tolle Form“), so sehr fluchte ich über die schrägen Seitenwände während der Bauphase. Die erste Box baute ich tatsächlich mit einer geliehenen Handkreissäge ohne Schiene (…!). Was soll ich sagen, ich hatte es ja so gewollt und selbst das ging. Mittlerweile habe ich auch das Zusägen mittels Kreissäge, sowie mit einer Tauchsäge und festgeklemmter Schiene durchgeführt. Letzteres ist definitiv der beste Weg. Nach dem Zusägen folgte das Fräsen der Chassis-Aussparungen. Mit einem Fräszirkel und Oberfräse kein Problem. Aber auch hier fordert die spezielle Bauform ihren Tribut. Um die Tiefe von nur 10cm zu erreichen muss eine Tasche in die Rückwand gefräst werden. Irgendwann hatte ich von der ganzen Fräserei einen regelrechten Drehwurm. Das Leimen war auch nicht ganz trivial, da es gilt schräge Bretter in mehreren Achsen fest zu zwingen. Aber auch das ging letzlich irgendwie. Beim nachfolgenden Schleifen habe ich auch ein paar Techniken durchprobiert. Um die Ecken zu Verrunden muss schließlich einiges an Material abgetragen werden. Ein Exzenterschleifer mit groben Schleifpapier kann ich dafür am ehesten empfehlen.

Eine Pappschablobe half die verrundung zu beurteilen. Ein Elektrohobel trägt sehr schnell Material ab, erfordert aber kontrollierte Anwendung bzw. hinterlässt ansonsten eine Buckelpiste, sprich: Eher nicht zu empfehlen. Spachteln war dann auch nicht verkehrt und als Finish gab es aufgerollten Warnex-Strukturlack in Schwarz.

Was fehlt noch? Ach ja, die Frequenzweiche. Soweit für mich wie Malen nach Zahlen. Alexander lieferte mir zusätzliche, berechnete Widerstände mit um den Hochtöner auf die Leinwand anzupassen (Hochtonabsenkung kompensieren). Jetzt nur noch alles in das enge Gehäuse pfriemeln, festscharuben und fertig. Erster Eindruck: Mit dem ganzen MDF und den schweren, massiven Tieftönern (die einen massiven und sehr hochwertigen Eindruck machen) sind die Boxen überraschend schwer. Einmal aufgehängt ist das natürlich kein Problem mehr.

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Wie klingen sie nun?

Meßwerte liefert Alexander. Von mir gibt es jetzt Geschwurbel. Die Dinger können laut spielen und auch schön punchigen Bass rüberbringen. Der Sweetspot ist schön breit, alle Sitzplätze hören subjektiv sehr linear. Das ist definitiv eine Stärke der Lautsprecher. Die Hochtöner klingen auch nicht zu matt und nicht zu scharf – passt. Die Bühne geht eher in die Tiefe als nach vorne, bzw. befindet sich zwischen den Boxen. Trotzdem: Ganz perfekt klang es anfangs nicht. Der Klang löste sich nicht 100% von den Boxen (bildlich gesprochen). Das hat sich nach einiger Einspielzeit mittlerweile geändert, was mir auch andere bestätigen. Jetzt passt es und klingt um einiges luftiger und „befreiter“ als zu Beginn.

Zweiter Eindruck: Nach einem Umzug sind die Boxen nun im neuen Heimkino aktiv. Der neue, ca. 30qm große Raum ist nun auch mit viel mehr Absorbern ausgestattet. Acht Pakete Steinwolle sowie einige qm Basotect sind verbaut. Neben den acht Subwoofern des DBA spielen dort 7x Wavewall 182, sowie weitere vier Sammelsurium-Lautsprecher aus meinem Fundus. Die drei Wavewall 182-Frontlautsprecher hängen nun nicht mehr direkt am AVR Denon 4300, sondern an einer externen, billigen Thomann-Endstufe, der E3-250. In Punkto HiFi-Genuss ist die Endstufe nicht überragend, es fehlt an Auflösung und Dynamik. Trotzdem klingt sie ganz ok und hat immerhin größere Leistungsreserven als der AVR. Die Beschreibung auf Alexanders Webseite zeigt bereits den eher geringen Wirkungsgrad durch u.A. die geschlossene Bauweise, sprich ein starker Amp wird für die Wavewalls empfohlen. Trotzdem war ich von der klanglichen Änderung durch die PA-Endstufe überrascht. Mit der zusätzlichen Power spielen die Wavewalls nun nochmals deutlich besser. Vor allem die Grobdynamik legte stark zu, es klingt als seien nun deutlich größere Lautsprecher am Werk.

Dazu eine Anekdote: Bei einer kleinen Kino-Vorführung spielte ich einen Stereo-Titel (Daft Punk) vor und war der Überzeugung, es spielen L und R, sowie die Subwoofer. Das war allerdings ein Irrtum, es spielten nur zwei Wavewall 182, ohne Sub! Die Bassanhebung durch die Wandaufstellung, sowie ein starker Amp können die Wavewalls also auch in Punkto Bass richtig groß raus bringen. Und dass auch mit leicht eingedrehten Lautsprechern, FL und FR sind auf den Hörplatz eingewinkelt, was aber aufgrund des gutmütigen Abstrahlverhaltens nicht unbedingt nötig ist. Also: Eingespielte Wavewall 182 mit einem starken Amp betrieben klingt genial! Als klangbeschreibendes Attribut kommt mir in meinem stark gedämmten Heimkino am ehesten das Wort „kräftig“ in den Sinn.

Zwischenstand: Lohnt sich das Ganze? Schwer zu beantworten. Es schadet sicher nicht auf den Eigenbau wirklich Lust zu haben, sonst macht es einfach keinen Spass. Wer nur sparen will, der durchkämmt wohl besser den Gebrauchtmarkt. Umgekehrt ist es natürlich ein tolles Gefühl selbst gebaute Lautsprecher in Betrieb zu nehmen! Vom Wiederverkaufswert her ist es mit DIY-Lautsprechern immer schwierig, da nun mal keine große Marke dahinter steht. Betrachtet man Materialkosten vs. Marktpreise von neuen Lautsprechern, so sieht es ganz anders aus. Nach meinem subjektiven Eindruck muss man für einen neuen Heimkino-Lautsprecher gleicher Performance deutlich über 500€, vielleicht sogar um die 1000€ hinlegen.

Zukunft

Hubraum lässt sich durch nichts ersetzen, es sei denn durch eine stärkere Endstufe. Das stimmt natürlich nicht, wir alle kennen das Ende der Geschichte, Hubraum lässt sich nur durch NOCH MEHR HUBRAUM ersetzen! In diesem Sinne habe ich beschlossen das Heimkino mit größeren Wavewalls abzurunden, also von Alexander die große Variante mit zwei Tieftönern einzufordern. Dazu ließ er sich zum Glück bewegen, die halbe Entwicklung lag wohl schon in seiner Schublade. Die Entwicklung der 182.2 ist nun abgeschlossen und so wie es aussieht bin ich der erste Kunde dafür. Da die Lautsprecher sowieso verdeckt sein werden baue ich diesmal die einfache Variante, also rechteckige Kisten, ohne Taschen in der Rückwand. Es ist also geplant: 3x die neuen, großen „Wavewall 182.2“ mit zwei Tief-Mitteltönern als Front und Center. Rear und Surround-back, sowie 4x Height werden mit den normalen Wavewall 182 bestückt. Das sollte dann erst mal reichen…

Ulis DXT-MON

Hier eine kurze Zusammenfassung meiner Erlebnisse beim Bau der DXT-MON. Für mich als „Newbie“ war das ein tolles Erlebnis. Auch dahingehend, dass man als „Großstadtmensch“ ohne vorhandene Werkstatt und entsprechenden Werkzeug zu einem absolut überzeugenden Ergebnis kommen kann.

Ich denke nicht, dass unsere Messlatte niedrig angesetzt war. In der Vergangenheit kam ein 2.5 Wege Standlautsprecher eines italienischen Herstellers zum Einsatz. Kostenpunkt: 3.600€. Wir hören in unserem Wohnzimmer auf etwa 25m² mit 3m Deckenhöhe.

Eines Tages kam ich – anscheinend im Anflug geistiger Umnachtung, was hat mich da geritten? – auf die Idee einen Treiber auszubauen. Das war ein Fehler, der einen Denkprozess angestoßen hat. Hinter der zugegeben „schick“ aussehenden Leder/MDF – Front fand ich im Inneren doch eher Ernüchterung: keine Dämmung, die Weiche war lustlos „angetackert“ und die innere Fräsung an den TMT ́s war eigentlich auch nicht wirklich vorhanden.

Das hinterließ eher einen „emotionslosen“ Eindruck auf mich. Gleichzeitig fasste ich den Entschluss mich aktiv mit „Plan B“ zu beschäftigen: ich höre mich nach anderen Lautsprecher um…

Ich bin zusätzlich zu der Erkenntnis gekommen, dass wir die vorhandenen Standlautsprecher nicht optimal stellen können – das gibt der vorhandene Raum einfach nicht her. Da kann der Lautsprecher nichts dafür, allerdings sollte während der Beratung beim Fachhändler vor Ort mehr darüber gesprochen/hinterfragt werden.

Ich bin dann nach vielen Studio-Besuchen einfach nicht weitergekommen. Die gefälligste, passive Lösung über einen geschlossenen Kompakten lag bereits deutlich über den Kaufpreis der damaligen Standlautsprecher. Die andere Alternative: vollaktive Lösung. Hätte aber meinen Röhrenverstärker als Opfer zur Folge gehabt, da kein Pre-Out vorhanden ist. Das habe ich nicht über das Herz gebracht. Die vollaktive Variante wäre auch nicht so ganz billig gewesen und meine bessere Hälfte brachte sofort als Einwand, dass die Vollaktiven „bescheiden“ aussehen.

Irgendwie fehlt bislang immer der Bezug auf den Selbstbau, oder? Stimmt. Das hatte ich bislang zu keinem

Zeitpunkt in Erwägung gezogen. Theoretisch war ich informiert und wusste, dass es für den Selbstbau von Lautsprechern Lösungen gibt. Auch wie diese technisch umgesetzt werden. Und ehrlich gesagt hat mich die „rocket-science“ im Lautsprecherbau auch irgendwie interessiert.

Was spricht dann eigentlich gegen einen Selbstbau? Nun, eigentlich gar nichts. Außer vielleicht:

Keine brauchbare Werkstatt, zu wenig passendes Werkzeug, zu viel unpassendes Werkzeug, Frequenzweiche löten – ich lach ́ mich schlapp / Glühbirne wechseln geht aber noch glatt von der Hand und die in Erinnerungen gebliebenen Holzarbeiten aus der Grundschule gingen auch eher mit „geht so“ durch. Ach ja, und Zeit habe ich eigentlich auch keine.

Eigentlich springen da alle Ampeln sofort auf „Rot“. Konsequenter Weise lässt man die Finger davon und beendet das Projekt. Nicht so aber bei Menschen, die im Dunstkreis von Stuttgart 21 ihr Zuhause haben…Da ist man Anderes gewöhnt, da wird Gas gegeben!

Also, Entschluss gefasst – es wird selbst gebaut. Ich habe dann fast ein Jahr nach einem passenden Konzept gesucht. Zusätzlich fanden Überlegungen statt, wie ich die anstehenden Arbeiten weitestgehend von Profis erledigen lassen kann.

Grundsätzlich war ich verblüfft, wie viele Bauvorschläge im Netz vorhanden sind. Sehr viele davon sind auch gut dokumentiert. Leider findet man nur sehr selten die Möglichkeit, dass man in den Genuss kommen kann, einen Bausatz anzuhören.

Ich habe dann irgendwann Russisch Roulette gespielt und den Entschluss gefasst, das für meinen Eindruck passendste Konzept aufzugreifen. Unter den letzten 5 Kandidaten war das aus meiner Sicht die DXT-MON von Alexander Heißmann.

Ich habe mir die Baumappe gekauft und Herrn Heißmann nach einem Partner gefragt, der mir die Gehäuse anfertigt. Und zwar tutti kompletti. Ich wurde dann auf die Schreinerei Thomaier aufmerksam gemacht, was sich im Nachhinein als goldrichtig herausstellte.

Dann ging es eigentlich auch schon los. Die Gehäuse waren in Auftrag und ich bestellte nach und nach alle fehlenden Puzzlestücke.

Bis auf die Dämmung hielt ich mich strikt an den Bauplan von Hr. Heißmann. Nur die Geschichte mit dem Bitumen war mir suspekt. Mir stellten sich die Fußnägel auf, als ich mir vorstellte, das Bitumen mittels Heißluftpistole zu verflüssigen. Die Alternative war dann gleich gefunden: Alubutyl in selbstklebender Ausführung.

Die Aufdoppelung mit 2 Schichten Alubutyl und zusätzlich 4mm Sperrholz war sehr einfach und über die Montageluke ohne Probleme realisierbar. Was auch sehr hilfreich war: man konnte das Ergebnis sehr gut durch den im Netz bekannten „Klopftest“ nachvollziehen. Das war unglaublich, wie gut die Aufdoppelung wirkte.

Danach folgte der Gang zu einem professionellen Lackierer. Glücklicher Zufall hier: der Lackiermeister hört auch gerne Stereo und war von dem Projekt gleich angefixt. Er hat dann satte acht Stunden Arbeit investiert und präsentierte mir innerhalb einer Woche ein absolutes Top-Ergebnis. Die Treiber habe ich beim Lackierer hinterlegt, sodass er die Passfähigkeit immer überprüfen konnte.

Und dann war es soweit: „all in“ wie beim Poker! Finales Ergebnis:

Wie hört sich es an? Gut. Verdammt gut. Mir fehlt nichts – eher im Gegenteil! 100 Punkte – alles richtig gemacht. Die Lautsprecher lassen sich angesichts ihrer Größe sehr gut in den Wohnraum integrieren.

Abstand zur Rückwand bei uns: ca. 60cm. Passivmembran (ohne Zusatzgewicht) nach innen gerichtet. An der Aufstellung werde ich noch etwas ändern.

Mehr schreibe ich jetzt auch nicht. Alle Eindrücke basieren auf unseren Gegebenheiten, da kann man einfach schlecht transferieren…

Fazit

Passt für uns wie die Faust auf ́s Auge, die Lautsprecher machen richtig Spaß. Vielen Dank!

Wünschenswert (aus meiner Sicht):

@ SEAS: Verkauft den Hochtöner +10,00€ und verbaut am Waveguide anstatt Kunststoff bitte ein wertigeres Material.

Was würde ich anders machen:

Definitiv MPX für die Gehäuse wählen. MDF kommt mir persönlich etwas „merkwürdig“ vor.

Angesichts der Kosten für die Lackierung (in Relation zu den Gehäusen) würde ich zukünftig eine andere Lösung anstreben.

Cinetor-Evo mit Scan-Speak Discovery D2604/833000 (WG) und 18W/4434G00

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 87,5 dB
  • HxBxT: 380 x 200 x 280 mm
  • Trennfrequenz: 1750 Hz (LR4)
  • Frequenzbereich (-8/-3dB): 42/55 – >20000 Hz
  • Prinzip: Bassreflex 14l

Anwendungen

  • Im Heimkino als Main/Center/Rear
  • Monitoring / Midfield
  • anspruchsvolle Stereoanwendungen
  • Bar & Kneipenbeschallung
  • Ergänzung/Erweiterung zur Disco-M als „Disco-S“

Eigenschaften

  • außergewöhnlich gleichmäßige Abstrahlcharakteristik
  • neutrale Wiedergabe
  • Sehr überzeugender Tiefton. Bei Musikwiedergabe bedarf es idR. keines Subwoofers
  • beeindruckende Großsignalfestigkeit, insbesondere bei Anwendungen mit Subwooferunterstützung
  • ausgesprochen geringe harmonische Verzerrungen, selbst bei sehr hohen Pegeln.

Bestückung

Scan-Speak Discovery D2604/833000 am Waveguide PCT-300/WG-300

Scan-Speak Discovery 18W/4434G00

Messungen

Frequenzweiche


WaveWall-182 | In-Wall | In-Wall Lautsprecher mit WF182BD10 und TW030WA09

Wave-in-Wall-182

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Trennfrequenz: 1850Hz
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 84 dB
  • Prinzip: 2 Wege, geschlossen
  • Maße (HxBxT): 321 x 450 x 140mm (=>flexibel, da wandeinbau)
  • Nettovolumen TMT: 11l
  • Frequenzbereich (-8/3dB): 32/47 – 30000 Hz

Anwendungen

  • Im Wohnraum mit maximalem WAF
  • Center/Main/Rear im Heimkino

Eigenschaften

  • äußerst gleichmäßige Abstrahlcharakteristik
  • ausgesprochen neutrale Wiedergabe
  • präziser und dynamischer Tiefton, bei Musikwiedergabe ohne Abstriche fullrange tauglich
  • geringste harmonische Verzerrungen auch bei hohen Pegeln
  • dank Halbraumabstrahlung außergewöhnliche Großsignalfestigkeit

Bestückung

  • Wavecor WF182BD10
Hobby Hifi 03/2014

Diese Chassis (Anm.: WF182BD09 und WF182BD10) bieten ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für audiophile und wohnraumfreundliche Zweiwege-Standboxen sind sie schlicht und ergreifend perfekt.

  • Wavecor TW030WA09
Heißmann-Acoustics: Zum Test
Hobby-Hifi 06/2013

Wavecor schafft es mit dem TW030WA09, die bereits hervorragenden 30-Millimeter Hochtöner des Hauses noch mal zu übertreffen. Der moderate Preis des Hochtöners soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich um einen exzellenten Hochtöner mit High-End Anspruch und grandiosem Preis-Leistungs Verhältnis handelt.

Messungen


WaveWall 182.2 | In-Wall | In-Wall Lautsprecher mit 2xWF182BD10 und TW030WA09

wave_in_wall_182_2

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Trennfrequenz: 1900Hz LR4
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 90 dB
  • Prinzip: 2 Wege, geschlossen
  • Maße (HxBxT): 642 x 450 x 140mm (=> variabel, da wandeinbau)
  • Nettovolumen TMTs: 2x11l
  • Frequenzbereich (-8/3dB): 33/48 – 30000 Hz

Anwendungen

  • Im Wohnraum mit maximalem WAF
  • Center/Main/Rear im Heimkino
  • Abhörszenarien / Midfield

Eigenschaften

  • herausragend gleichmäßige Abstrahlcharakteristik
  • ausgesprochen neutrale Wiedergabe
  • präziser und dynamischer Tiefton, bei Musikwiedergabe ohne Abstriche fullrange tauglich
  • geringste Verzerrungen auch bei sehr hohen Pegeln
  • höchstwertige Bestückung

Bestückung

  • 2x Wavecor WF182BD10
Hobby Hifi 03/2014

Diese Chassis (Anm.: WF182BD09 und WF182BD10) bieten ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für audiophile und wohnraumfreundliche Zweiwege-Standboxen sind sie schlicht und ergreifend perfekt.

  • Wavecor TW030WA09
Heißmann-Acoustics: Zum Test
Hobby-Hifi 06/2013

Wavecor schafft es mit dem TW030WA09, die bereits hervorragenden 30-Millimeter Hochtöner des Hauses noch mal zu übertreffen. Der moderate Preis des Hochtöners soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich um einen exzellenten Hochtöner mit High-End Anspruch und grandiosem Preis-Leistungs Verhältnis handelt.

Messungen


 

Dein Baubericht auf Heissmann-Acoustics.de

Ich möchte Dich gerne dazu einladen Deine Erkenntnisse und Erfahrungen, auf dem Weg hin zu einem „Heißmann-Acoustics“ Lautsprecher mit den Lesern dieser Seite zu teilen.
Verfasse Deinen Baubericht mit einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm, füge ein paar Fotos bei und schicke mir das Ganze per Email, an baubericht[ät]heissmann-acoustics.de. Du wirst den Artikel dann alsbald unter „Bauberichte“ zu lesen bekommen. Ich freue mich darauf!

DXT-MON-RLY Monitor Lautsprecher mit Seas DXT 27TBCD/GB und Seas Prestige ER15RLY

dxt_mon_rly

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Trennfrequenz: 1900Hz LR4
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 83 dB
  • Prinzip: 2 Wege, Bassreflex
  • Maße (HxBxT): 324 x 200 x 254mm
  • Nettovolumen: 9,5l
  • Frequenzbereich (-3dB): 56 – 40000 Hz

Anwendungen

  • Nahfeldmonitoring
  • höchstwertige PC-Beschallung
  • Stereoanwendung in kleinen bis mittleren Räumen
  • Heimkino: Main/Center/Rear mit Subwooferunterstützung

Eigenschaften

  • ausgesprochen gleichmäßige Abstrahlcharakteristik
  • bemerkenswerte Dynamik und Auflösung
  • präzise Tieftonwiedergabe
  • geringe Verzerrungen

Bestückung

Seas Prestige ER15RLY (H1455)

Seas DXT 27TBCD/GB (H1499) : Zum Test

Messungen

 

Disco-M mit Scan-Speak Discovery D2604/833000 (WG) und 22W/4534G00

disco_m

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 86 dB
  • HxBxT: 440 x 250 x 300 mm
  • Trennfrequenz: 1790 Hz (LR4)
  • Frequenzbereich (-3 dB): 46 – >20000 Hz
  • Prinzip: geschlossen mit Hochpasskondensator (GHP), 20l

Anwendungen & Eigenschaften

  • Studio/Monitoring
  • höchstwertige Stereoanwendungen
  • audiophiles und pegelfestes Heimkino (mit Subwooferunterstützung)
  • äußerst unkritisch in Sachen Aufstellung (auch wandnah möglich)
  • Raumgröße: Ab 15m², bei „normalen“ Pegelanforderungen auch für sehr große Räume geeignet

Bestückung

Scan-Speak Discovery D2604/833000 am Waveguide PCT-300/WG-300

Scan-Speak Discovery 22W/4534G00 ⇒wohl einer der besten 8″ Tiefmitteltöner auf dem Markt

Messungen

Frequenzweiche

Kostenbeispiel (ehighend.de Stand 06/2018)

Warenkorb_Disco_M_Weiche

Entstehung

Aus Thorsten Felbingers Feder (⇒Felbi.at) entsprang das Konzept, welches sozusagen „Wie die Faust aufs Auge“ zu meinen Untersuchungen in Sachen Schallwandgeometrie, schräge Fasen & meinen Messungen verschiedener Hochtöner am Waveguide passt. Es fehlten Ihm nur die Mittel und Möglichkeiten zur Entwicklung der passiven Frequenzweiche… So einfach entstehen Win-Win-Situationen :).

Hier geht es zum ausführlichen Entwicklungsbericht auf seiner Homepage.

Test Scan-Speak Discovery H2606 / 920000 26mm Kalottenhochtöner 4 Ω mit Schallführung

Datenblatt © heissmann-acoustics.de
Messungen in DIN-Schallwand in 50cm Entfernung bei 2,83V. Pegel auf 1m skaliert.

scan_speak_h2606_920000

Schalldruck 2,83V/m & Impedanz

scan_speak_h2606_920000_amp_imp

Ausgewogener Amplitudenfrequenzgang mit gleichmäßigem „Roll-Off“. Leichte Störung um 10kHz.

Sehr hoher, der Schallführung geschuldeter Wirkungsgrad von 95,5dB/2,83V/m.

Durch dünnflüssiges Ferrofluid leicht gedämpfte, sehr gleichmäßige Reso um 1,1kHz

Streuung

scan_speak_h2606_920000_consisty

Die 4 vermessenen Exemplare verlaufen, im Arbeitsbereich, nahezu deckungsgleich, sowohl im Amplituden,- als auch Impedanzgang bei einer maximalen Abweichung von +-0,35dB.

Schalldruck unter Winkeln (0°, 15°, 30°, 45°, 60°)

scan_speak_h2606_920000_deg_hor

 

Breit strahlend bis ~2,5kHz, dann zügig und gleichmäßig enger werdend hin zum Superhochton.

 

Ausschwingverhalten

scan_speak_h2606_920000_burst_decay

Insgesamt sehr gleichmäßiges und zügiges Ausschwingen, im Superhochton minimal verzögert.

harmonische Verzerrungen (90, 95 & 100dB/m)

scan_speak_h2606_920000_distortions

Sehr geringe harmonische Verzerrungen, bei allen gemessenen Pegeln >1,5kHz

K3 überschreitet selbst bei 100dB/m kaum die 0,1% Marke. K2 bleibt im unhörbaren Bereich.

Wertung

Frequenzgang/Richtverhalten:4 out of 5 stars
Einsatzbereich:4.5 out of 5 stars
Pegelfestigkeit:4.5 out of 5 stars
Konstanz:4.8 out of 5 stars
Anfassqualität:4 out of 5 stars
Preis/Leistung:4.5 out of 5 stars

Fazit

Der Scan-Speak Discovery H2606 / 920000 ist ein feiner Hochtöner, der mit Bedacht eingesetzt praktisch keine Wünsche offen lässt. Ohne Bedenken ist er, auch bei hohen Pegelanforderungen, ab 1,5kHz einsetzbar. Je nach Anwendung ggf. sogar noch tiefer.

Das, der kleinen Schallführung geschuldete, etwas spezielle Richtverhalten verlangt, nach einer sorgsamen Anbindung an den Tiefmitteltöner.

Verwendung findet der H2606 im Bausatz Suzy-Q

 

Suzie „Q“ mit Scan-Speak Discovery H2606/920000 und 22W/4534G00

suzy_q_titelbild

Technische Daten

  • Nennimpedanz: 4 Ω
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 87,5 dB
  • HxBxT: 453 x 280 x 265 mm
  • Trennfrequenz: 1800 Hz (LR4)
  • Frequenzbereich (-3 dB): 45 – 19000 Hz
  • Prinzip: geschlossen mit Hochpasskondensator (GHP), 22l

Anwendungen

  • wandnah oder frei aufgestellt
  • Raumgröße:
    • Ab 15m²
    • Bei „normalen“ Pegelanforderungen auch für sehr große Räume geeignet
  • Mit Subwooferunterstützung im audiophilen und pegelfesten Heimkino

Eigenschaften

Das Pflichtenheft:

  • „Messtechnische Ausgewogenheit“, „gefälliges Design“ und „einfache Nachbaubarkeit“ unter einen Hut bekommen, ohne dabei meinen Erkenntnissen in Sachen Schallwandgeometrie untreu zu werden. Das ganze …
  • …bestückt mit sehr wertigen Treibern, am Besten zum „Cheap-Trick-Tarif“

Das gefundene Konzept: Eine 8″/1″ Kombination aus der Scan-Speak Discovery Serie, mit kleiner Schallführung im Hochton in tendenziell breiter Schallwand.

Dem Lautsprecher wurde ein leichtes „sounding“ gegönnt, ohne dabei den Raum von Neutralität und messtechnischer Ausgewogenheit zu verlassen. Eine leichte Betonung im Grundton, einhergehend mit etwas Zurückhaltung im Präsenzbereich. Ein, im wahrsten Sinne des Wortes „gut“ klingender Lautsprecher, der dabei an Detail Nichts vermissen lässt. Besonders beeindruckend ist die Gelassenheit mit der ein so feiner 20er, wie der 22W/4534G00, aufspielen kann, wenn er „nur“ bis 45Hz spielen muss!

„Hört sich an, wie ein guter Rotwein schmeckt… entspannt, souverän und erhaben“ (User Tiefton aus dem DIY-HIFI-Forum)

Bestückung

Scan-Speak Discovery H2606/920000 und 22W/4534G00

Messungen

Frequenzweiche

Kostenbeispiel (ehighend.de Stand 12/2017)

suzie_warenkorb_weiche_12_2017

DXT-MON vs. Neumann KH-120A ...oder "Wie weit komme ich mit DIY und wo sind die Grenzen"

kh_120a_vs_dxt_mon_1240Einst wurde im Hifi-Forum folgende Frage gestellt:

„Wie weit komme ich mit DIY und wo sind die Grenzen“

Die „kritische Frage“ war, ob es möglich sei mit „DIY-Mitteln“ den von der Firma Neumann vorgestellten Aktivmonitor KH-120A zu toppen bzw. mit Ihm gleichzuziehen, das Ganze zu einem Budget <=1300€/Paar/Aktiv, dem damaligen Neupreis der KH-120A, bei vergleichbaren Maßen.

Nun, der Thread lief über eine lange Zeit, es wurde intensiv diskutiert, gestritten aber auch durchaus konstruktiv gearbeitet. Wer großes Interesse an der ganzen Geschichte hat, mag den Thread im Forum lesen, wir können es aber auch kurz machen:

DXT-MON ist das einzige aus diesem Thread entstandene und zu Ende entwickelte Konstrukt, das den Vorgaben des Battle entspricht, und wurde durchaus mit dem Anspruch entwickelt der Neumann KH-120A „Beine zu machen“. Ob dies letztendlich gelungen ist soll dieser Artikel klären. Es ist natürlich nicht ganz einfach als Beteiligter, ein objektives Urteil zu fällen. Da es aber keinen Vergleich dieser beiden Lautsprecher, außer dem von mir durchgeführten, gibt, bleibt mir letztendlich nichts anderes übrig als es dennoch zu versuchen…

Im folgenden nun der messtechnische Vergleich der beiden Lautsprecher. Sämtliche Messungen erfolgten unter identischen Bedingungen. Es wurde nichts beschönigt, hinzu,- oder weg gedichtet. Das Paar DXT-MON wurde mit einem Hypex AS 2.100 Modul aktiviert. Es wurden dabei keinerlei Filter gesetzt. Die Messungen werden in animierten GIFs gezeigt, mit Bildwechsel alle ~3 Sekunden zwischen den beiden Lautsprechern.

Richtverhalten horizontal

Winkelfrequenzgänge 0-90° in 15° Schritten
dxt_mon_kh120_deg_hor_vglSonogram
dxt_mon_kh120_dir_hor_vgl

Beide Lautsprecher haben ein ausgesprochen gleichmäßiges Abstrahlverhalten in der Horizontalen. DXT-MON strahlt tendenziell breiter ab. In Sachen Ausgewogenheit kann mE. keiner der Beiden als besser erachtet werden => Unentschieden auf sehr hohem Niveau!

An dieser Stelle darf auch noch schnell das Thema „Linearität“ abgehandelt werden:

ohne große Worte: Unentschieden

Richtverhalten vertikal

dxt_mon_kh120_dir_ver_vgl

Hier wird es etwas schwieriger, weil beide Kandidaten, prinzipbedingt Schwächen haben. Beide zeigen eine Einschnürung im Bereich der Trennfrequenz und eine Nebenkeule um 3kHz unter ~30-60° nach unten. Beim DXT-MON ist Diese etwas breitbandiger, dafür zeigt sich bei der KH-120A die Längsreso der BR-Kanäle (um 1,5kHz). Ich wäre geneigt der Längsreso etwas mehr Bedeutung beizumessen, würde es trotzdem unentschieden nennen.

Harmonische Verzerrungen (90dB/m & 100dB/m)

dxt_mon_kh120_dist_90dB_vgl

dxt_mon_kh120_dist_100dB_vgl

DXT-MON hat unterhalb 400Hz geringfügig höhere Verzerrungen 2. Ordnung, dafür, im selben Bereich, (bei 90dB/m deutlich) geringere Verzerrungen 3. Ordnung. 4. Ordnung tut sich nicht viel zwischen den Beiden. DXT-MON zeigt sich vom Pegelwechsel zwischen 90 und 100dB/m etwas weniger beeindruckt als der KH-120A. Dies einhergehend mit den geringeren, eher störenden Verzerrungen 3.Ordnung, veranlassen mich dazu DXT-MON als, zwar knappen aber trotzdem verdienten, Gewinner dieser Disziplin zu betrachten. +0,5 Punkte für DXT-MON

Passivmembran vs. BR-Kanäle vorne

dxt_mon_kh120_nahfeld_vglEs ist den Entwicklern der KH-120A gelungen die sonst üblichen Probleme, von an der Front angebrachten BR-Kanälen, weitestgehend zu umschiffen. Dies wurde u.A. erreicht indem, mit Schaumstoff versehene Schlitze in den Kanälen angebracht wurden, wodurch Schmutzeffekte „verschmiert“ werden, und dazu auf die Abstimmfrequenz entzerrt wurde. Trotzdem schlägt die Längsreso um 1,5kHz noch mit ~-16dB zu Tage, was sich insbesondere in den Messungen nach unten, also zB. zur Tischplatte hin, zeigt. Auch tragen die Bassreflex-Kanäle noch bis über 300Hz zum Gesamtgeschehen bei.

Im Gegenzug arbeitet die Passivmembran beim DXT-MON so wie sie es soll. Keine störenden Resonanzen, keine Mitteltonanteile, ab spätestens 300Hz arbeitet der TMT praktisch alleine, dazu war keinerlei Entzerrung, die sich negativ auf die Gruppenlaufzeit auswirkt, von Nöten, um den angestrebten Tiefgang zu erreichen … +1 Punkt für DXT_MON

Anpassbarkeit/Flexibilität

Bei der KH120A lassen sich hiermit …

kh120_a_maeuseklaviaturfolgende Einstellungen vornehmen:

kh120a_filterQuelle: http://www.neumann-kh-line.com/neumann-kh/home_de.nsf/root/prof-monitoring_studio-monitors_nearfield-monitors_KH120A#

Dazu kann noch ein Limiter gesetzt werden. Dies funktioniert ausgesprochen praxisgerecht, schnell und zuverlässig. Sehr gut!

Beim DXT-MON kann mittels eines Hypex AS 2.100D mit integriertem DSP…

AS 2.100DQuelle: https://www.hypexshop.com/ProdImgServlet?productID=2961

…praktisch Alles eingestellt werden. Für Standardkorrekturen, wie dem 4-stufigen Akustikregler für Bass, Low-Mid und Treble des KH-120A bedarf es auch keiner Messtechnik.

AS_2_100_filter designer

Neumann KH-120A: Einfacher und schneller bei, i.d.R ausreichenden Möglichkeiten

DXT-MON: Erheblich erweiterte Möglichkeiten bei komplexerer Bedienung

⇒Nennen wir es Unentschieden.

Kosten

Neumann KH-120A DXT-MON
Bausatz inkl. Baumappe: ~ 265€/Stück
Hypex AS 2.100D: ~250€
1300€/Paar ~780€ zzgl. Gehäuse/Paar

 

Zusammenfassung

Es tut sich nicht viel zwischen DXT-MON und dem Neumann KH-120A . Beide messen sich in praktisch jeder Hinsicht, unter Berücksichtigung gegebener physikalischer Grenzen, ausnehmend gut. Trotzdem konnte ich nicht umhin zu folgendem Ergebnis zu kommen:

Die Passivmembran, und der herausragend gute WF152BD06 sind, in des Autors Sicht, das Zünglein an der Waage hin zum knappen, aber dennoch verdienten Sieg, nach Punkten für DXT-MON.

… schreibt mir gerne Eure Meinung dazu in die Kommentare 😉

 

 

 

 

 

 

 

Test Scan-Speak Discovery D2604 / 830000 mit WG PCT-300 / WG-300 26mm Kalottenhochtöner 4 Ω mit Waveguide

Datenblatt © www.heissmann-acoustics.de
Messungen in 20x40cm Schallwand, 10mm verrundet, in 70cm Entfernung bei 2,83V. Pegel auf 1m skaliert.

Das Waveguide wurde mit einer in CNC gefrästen Adapterplatte  an den Hochtöner montiert.

Scan-Speak D2604/830000 WG

Schalldruck unter Winkeln (0°, 15°, 30°, 45°, 60° & 90°) & Impedanz

 Scan_830000_winkel_hor

…normiert auf 0° (Sonogramm)

Scan_830000_directivity_hor

Durch die Schallführung systembedingte symmetrische Überhöhung von 1-10kHz.
Äußerst gleichmäßiges Richtverhalten ohne nennenswerte Störungen. In weiten Bereichen dem sog. „Constant-Directivity“ sehr nahe kommend. Die leichte Aufweitung um 2,5kHz kann durch geschickte Wahl des Tiefmitteltöners und dessen Filterung egalisiert werden.

Ausschwingverhalten

Scan_830000_bd

Insgesamt sehr gleichmäßiges und zügiges Ausschwingen über alle Frequenzen.

Im Superhochton minimal verzögert.

harmonische Verzerrungen (90-105dB/m)

Scan_830000_distortions

K3 bleibt bei allen gemessenen Pegeln, selbst bei 105dB/m  > 1kHz im Bereich < 0,9%.

K2 steigt gleichmäßig mit zunehmendem Pegel und überschreitet >1kHz die 1% Marke erst bei Pegeln >100dB.

Hervorragend!

Wertung

Frequenzgang/Richtverhalten:4.6 out of 5 stars
Einsatzbereich:5 out of 5 stars
Pegelfestigkeit:5 out of 5 stars
Konstanz /ohne Wertung:0 out of 5 stars
Anfassqualität:4.5 out of 5 stars
Preis/Leistung:5 out of 5 stars

Fazit

Der Scan-Speak D2604/830000 misst sich am Waveguide, abgesehen vom ~1dB geringeren Wirkungsgrad praktisch identisch mit dem D2604/833000.  Daher auch das selbe Fazit:

In Sachen „Kalottenhochtöner mit Waveguide“ bleiben, realistisch betrachtet, keine Wünsche offen. Sehr breitbandig einsetzbar, äußerst pegelfest und in Sachen Richtverhalten nahe am Ideal…

 

Software gestützte Frequenzweichenentwicklung ...oder Simulation vs. "Realität"

messung_simu

Es sollen in diesem Artikel die Arbeitsweise, die weitreichenden Möglichkeiten und letztendlich  auch die Verlässlichkeit einer Software gestützten Frequenzweichenentwicklung betrachtet werden. Es wird ausschließlich die Nutzung des Rechners als virtuelle Frequenzweiche betrachtet. Keine Gehäusesimulation, keine Frequenzweichensimulation nach Datenblättern , TSP oder irgendwelchen anderen Parametern die nicht auf realen Messungen am Objekt beruhen ⇒ Alle relevanten Daten werden aus realen Messungen gewonnen!

Die konkrete Herangehensweise bei einer Software gestützten Frequenzweichenentwicklung ist in aller Regel folgende

  • Konzepterstellung (Treiber/Gehäuse/Schallwandgeometrie) unter Berücksichtigung aller möglichen Faktoren, auf die hier nicht näher eingegangen wird
  • Aufbau des Lautsprechers: Gehäusebau, Absorption/Dämmung, Verkabelung, Bassabstimmung (BR/CB etc.) ⇒ Ohne Frequenzweiche
  • Einmessung der einzelnen, ungefilterten Treiber: Amplitudenfrequenzgang inklusive relativer akustischer Phase unter allen gewünschten Winkeln und Impedanzgang
  • Import der Messdaten in die Software, in diesem Fall Xover 2.04A

An dieser Stelle eine Anmerkung: Die Einmessung eines 2-Wege Lautsprechers unter zB. 22 Winkeln (+-90° horizontal in 15° Schritten und +-20° vertikal in 5° Schritten) inklusive Impedanzmessungen dauert ~15 Minuten

Stellen wir uns folgenden Messaufbau vor

  • Eine Kaskade aus „n“ identischen Messmikrofonen in horizontaler und vertikaler Ebene um den Lautsprecher, die sich gegenseitig nicht beeinflussen
  • Eine Messvorrichtung zum erfassen der Impedanzgänge der Einzeltreiber und des ganzen Lautsprechers gleichzeitig, ohne dabei Einfluss auf die Ergebnisse zu nehmen
  • Hardware, die sämtliche Messergebnisse in Echtzeit verarbeiten und ausgeben kann
  • Software, die sämtliche Messergebnisse in Echtzeit verarbeiten und ausgeben kann
  • Alle benötigten Bauteile ohne Abweichung vom Sollwert … Bzw. Bauteile, die per Regler auf einen beliebigen Wert einstellbar sind
  • Einen schalltransparenten Helfer, der auf Anweisung Bauteile wechselt/einstellt 😉

Alles nicht wirklich machbar, soll aber verbildlichen was möglich ist wenn wir alle Daten nacheinander sammeln und dann die Software damit arbeiten lassen.

Hier nun exemplarisch der Ablauf einer Frequenzweichenentwicklung mit Xover 2.04a

Das Programm steht auf den Seiten der Interessengemeinschaft DIY Hifi (IGDH e.V) als Download zur Verfügung.

Links oben: 0-90° Horizontal, Summe/Zweige und Phase
Rechts oben: 0° und +-15° vertikal, Summe/Zweige und Phase
Mitte unten: Impedazgänge Zweige und Gesamt
Unten rechts: Spannungsfrequenzgang
Quizfrage: Was ist da los bei 1kHz? Nutze gerne die Kommentarfunktion :)

Wir haben ein virtuelles Frequenzweichenbrett auf dem Bildschirm, und sehen die Auswirkungen einer jeden Bauteileänderung auf die Amplitudenfrequenzgänge (Horizontal und vertikal), Phase, Impedanzgang & Spannungsfrequenzgang in Echtzeit. Wir können gleichzeitig Dinge betrachten die sich der Zu-Fuß-Entwickler, wenn überhaupt, nur nacheinander ansehen kann.

„Zu Fuß“ gibt es idR. ein Mikrofon, eine Impedanzmessstrippe und ein Bauteil das gewechselt wird. Dann kann man sich einen Zweig oder den Summen,- oder den Impedanzfrequenzgang ansehen. Alles unter einem Winkel. Die Auswirkungen einer Bauteileänderung kann grundsätzlich nur unter einem Aspekt betrachtet werden. Die Auswirkungen auf andere Aspekte müssen „erahnt“ werden…

Wenn Ich die Flankensteilheit des Hochtöners zugunsten einer besseren Phasenlage verändere, wie wirkt sich das auf das Abstrahlverhalten horizontal und,- oder vertikal aus?

Natürlich können auch so sehr gute Lautsprecher entstehen. Direct-HA ist der letzte Lautsprecher den ich so entwickelt habe … Die Ergebnisse sind sehr gut, aber es hat Stunden gebraucht für Dinge die jetzt in Minuten bzw. Sekunden gehen. Inzwischen erachte ich es als sehr fragwürdig ob das letzte Quäntchen an Detail bei einer Zu-Fuß-Entwicklung wirklich erreicht werden kann.

Stellt sich noch die Frage nach der Genauigkeit…

Um es nicht ganz unprovokativ vorwegzunehmen: Die virtuelle,- ist genauer als die reale Entwicklungsweiche 😉 …

Wir haben echte Messwerte der Treiber (Amplitudenfrequenzgang inkl. rel. Phase und Impedanzgang) und stecken Diese in einen (virtuellen) Wechselstromkreis mit frequenzabhängigen (L/C) und frequenzunabhängigen (R) Impedanzen. Die Wirkweise von Kondensatoren, Spulen und Widerständen ist formelmäßig erfassbar. Es gibt keine relevanten Unbekannten.

Im Unterschied zur „echten“ Entwicklungsweiche gibt es praktisch keine Fehlerquellen. Die Bauteile haben keinerlei Abweichungen, es gibt keine erhöhten Übergangswiderstände, keine Verkabelungsfehler, keine Bauteilverwechslungen, keine kalten Lötstellen.

So die Realität am Ende abweicht, gibt es eigentlich nur wenige Möglichkeiten:

  • Messbedingungen haben sich geändert (Messaufbau, Temperatur,  …)
  • Bauteile weichen vom Sollwert ab
  • Fehler im Aufbau (Frequenzweiche, Verkabelung, fehlerhafte Bauteile …)

Wenn wir unseren Einmessungen trauen, können wir bei Differenzen zwischen Realität und Simulation, den Fehler am realen Objekt suchen. Oft kann auch hierbei die Simulation helfen. Wir führen dort gezielt solange Änderungen durch bis die Ergebnisse dem Fehler entsprechen. So habe ich nicht selten herausgefunden welches Bauteil vom Normwert abweicht, wo ein Übergangswiderstand zu groß ist, oder an welcher Stelle zwei Bauteile verwechselt wurden. Veröffentlicht wird nicht bevor Simulation und finale Messungen des Lautsprechers praktisch übereinstimmen. Die virtuelle Frequenzweiche als zuverlässiges Fehlerdiagnosetool!

Hier noch ein Beispiel der Übereinstimmung zwischen Simulation und Messung am fertigen Lautsprecher:

Im Wechseln Simulation und finalen Messungen eines Lautsprechers unter horizontalen Winkeln von 0-90° in 15° Schritten

Es kann praktisch von Deckungsgleichheit unter allen Winkeln gesprochen werden. Die minimalen Abweichungen beruhen auf leichten Abweichungen im finalen Messaufbau und ggf. Toleranzen bei den Bauteilen.

Die Vorteile einer Software gestützten Frequenzweichenentwicklung noch einmal zusammengefasst

  • Zeit
  • Material: Kein Schrank mit Bauteilen von Nöten.
  • Effizientere Frequenzweichen: Sowohl „Zu Fuß“ als auch in der Simulation läuft eine „Filterfindung“ z.B. so ab: Man beginnt mit einem, sagen wir Hochpass 2. Ordnung und einem Spannungsteiler. Dann stört noch eine Überhöhung, die dann mit einem Sperr,- oder Saugkreis glattgebügelt wird. So nun alles gut aussieht ist man „Zu Fuß“ fertig. In der Simulation kann man jetzt versuchen eine Filterfunktion zu finden, die mit weniger und/oder günstigeren Bauteilen ein identisches Ergebnis liefert … funktioniert häufig!
  • Die Simulation als Fehlerdiagnosetool. Wenn Simulation und finale Messungen übereinstimmen kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem fehlerfreien Aufbau ausgegangen werden. Sehr gut in Sachen „Nachbausicherheit“
  • Steile Lernkurve in Sachen Filterdesign, durchaus auch bei erfahrenen Entwicklern …
  • Variabilität: Es können Variationen eines Lautsprechers auch im Nachhinein erstellt werden, weil ein vollständiges  und verifiziertes Simulationsmodel existiert.
  • „Trial & Error Weiche“ bis es passt => vorab definierte akustische Filterflanken
  • Die Kaskade aus „n“ identischen Messmikrofonen ⇒ Ein äußerst praxisnaher Weg hin zum „controlled Directivity“ Lautsprecher

Zum Abschluss:

Die Kunst einen guten Lautsprecher zu entwickeln sollte nicht primär im Frequenzweichendesign, sondern vielmehr in der Findung eines, für den vorgesehenen Arbeitsbereich stimmigen Gesamtkonzepts liegen. Sehr gute Treiber finden und einen sinnvollen Arbeitsbereich definieren. Ein gutes Gehäusedesign (Innen und Außen) und die so oft außer acht gelassene Schallwandgeometrie. Wie die Treiber letztendlich gefiltert werden wollen ist, in meinem Empfinden, durch das Gesamtkonzept weitestgehend vorgegeben. Theoretisch könnten wir die Frequenzweichenentwicklung auch vollkommen dem Rechner überlassen … Ein guter Weichenoptimierer, gefüttert mit 360° Messungen horizontal, vertikal und diagonal, dem wir Vorgaben machen bzgl. Energieverhalten des Lautsprechers und Einsatzbereich der Treiber, wird bessere/effektivere Weichen finden als wir das vermögen. Ausgenommen davon ist natürlich „der erste Wurf des erfahrenen Entwicklers“ 😉

Schräge Fasen ...Wirkweise, Steilheit & Positionierung

Auf das Thema Schallwandgeometrie, und deren Einfluss auf die Wiedergabequalität von Lautsprechern, wurde bereits im Artikel  „Über Schallwandgestaltung, Kantendiffraktion, Sekundärschallquellen, …“  ausführlich eingegangen. Wer nach wie vor im Glauben ist die Gestaltung einer Schallwand und die Anordnung der Treiber auf Selbiger sei in erster Linie eine Frage der Optik, möge den Artikel gerne (nochmal) lesen.

Im Findungsprozess einer geeigneten Schallwand bin ich des öfteren bei der Variante „Schräge Fasen“ gelandet. Dabei stellte sich immer wieder die Frage, wie steil diese wirklich sein müssen um effektiv zu wirken. Bisher berief ich mich diesbezüglich auf Sekundärwissen … Gelesenes in Büchern, Foren, Magazinen. Als kürzlich die Frage erneut aufkam, beschloss ich der Sache messtechnisch auf den Zahn zu fühlen.

Um dies zu bewerkstelligen musste eine Schallwand mit einstellbaren, schrägen Fasen her. Nach reichlich Kopfzerbrechen, wie Diese zu bauen sei, kam ich letztendlich zu folgendem Ergebnis:

schraege_fase_variabelEs wurde von hinten eine V-Nut gefräst, knapp weniger tief als Plattenstärke, das Ganze mit Klebeband von vorne „gesichert“ und ein 2mm starker Kupferdraht von oben festgetackert, was als Einstellmechanismus dient. Die „Flügel“ können von 0°-55° beliebig eingestellt werden.

baffle_xt25_back

Als Hochtöner wählte ich Einen der von sich aus keine Störungen im Richtverhalten,  im für Kantendiffraktion relevanten Bereich zeigt, welche die Ergebnisse verfälschen könnten. Die Wahl viel auf den von mir sehr geschätzten XT25TG-30/04.

Es wurden für Fasenwinkel von o-55°, in 5° Schritten, das jeweilige Abstrahlverhalten von 0-90° in 10° Schritten gemessen. Summa summarum 120 Messungen.

Die Ausgangssituation: Fasenwinkel 0°

Siehe auch „Worst Case“ Szenario

Im linken Bild wird das Abstrahlverhalten in einem auf 0° normierten Sonogramm dargestellt. Das Rechte zeigt exemplarisch die Winkel 0, 30 und 60°.

Im Sonogramm ist zu erkennen, dass der Lautsprecher um 3kHz erheblich zu breit, und darunter zu eng abstrahlt.  Achs,- und Winkelfrequenzgänge sind zueinander unausgewogen. Wo auf Achse Eine Senke ist, gibt es unter Winkeln eine Überhöhung. Der Lautsprecher ändert seinen Charakter mit der Abhörposition. Erstrebenswert wäre eine stetig und möglichst gleichmäßig enger werdender Verlauf.

Messergebnisse

Sonogramm für Fasen mit einer Steilheit von 0-55° in 5° Schritten

fasen_deg_var

0,30 und 60° für Fasenwinkel von 0-50° in 10° Schritten

winkel_fasen_deg_var

Die Hauptstörung (Aufweitung um 3kHz einhergehend mit der Einschnürung darunter) nimmt mit größerem Fasenwinkel ab. Fasen mit einer Steilheit < 20° bringen noch keine befriedigenden Ergebnisse.

Die Fasen selbst bilden eine neue Kante, die mit zunehmender Steilheit zu tragen kommt. Zu erkennen an der entstehenden Aufweitung um 5Khz. Diese ist weniger ausgeprägt, da der Hochtöner in diesem Bereich bereits nicht mehr als Halbraumstrahler arbeitet.

Das ist auch, neben der Auflösung der „Rechteckgeometrie“ eine der Hauptaufgaben der schrägen Fase: Die Gehäusekanten so nahe an den Hochtöner zu bringen, dass er Sie nicht mehr, bzw. nur abgeschwächt „sieht“. Geringerer Abstand ⇒ Kleinere Wellenlänge höhere Frequenz ⇒ mehr Richtwirkung ⇒ weniger Einfluss der Kante

Besonders gut funktioniert das Konzept „schräge Fase“ dann, wenn der Hochtöner im entsprechenden Frequenzband bereits deutlich bündelt und somit Diese praktisch gar nicht mehr „gesehen“ wird. Der Seas DXT 27TBCD/GB sei hier beispielhaft erwähnt. Wie gut dieser Treiber mit schrägen Fasen funktioniert ist am Beispiel DXT-Mon zu sehen.

Zusammengefasst:

  • Fasen <20° sind nicht ausreichend wirksam
  • Die Entfernung der Fasen zum Schallentstehungsort muss ausreichend gering sein, ansonsten erreicht man nur eine, zumindest teilweise, Verschiebung des Problems
  • Je nach Situation können die Fasen auch zu steil sein!

Das Konzept der Schrägen Fasen keinein sehr effektives sein um der Problematik <Sekundärschallquellen durch Kantendiffraktion> beizukommen. Dies aber nicht Bedingungslos. Steilheit und Position müssen mit Bedacht und dem Konzept entsprechend gewählt werden. Würde man mich nach einer Universalempfehlung fragen würde ich sagen:

„Mach die Fasen 25-35° steil und positioniere Sie so nahe an den Hochtöner wie nur möglich“


Abschließend noch die Messungen in Einzelbildern, für diejenigen die es sich ein wenig genauer ansehen wollen. Die Steilheit der Fase steht jeweils links unten im Bild.

Hinweis: Der Bildwechsel ist auch mit dem Mausrad möglich

 

 

 

 

 

 

Test Scan-Speak Discovery D2604 / 833000 mit WG PCT-300 / WG-300 26mm Kalottenhochtöner 4 Ω mit Waveguide

Datenblatt © www.heissmann-acoustics.de
Messungen in 20x40cm Schallwand, 10mm verrundet, in 70cm Entfernung bei 2,83V. Pegel auf 1m skaliert.

Das Waveguide wurde mit einer in CNC gefrästen Adapterplatte  an den Hochtöner montiert.

scan_speak_833000_waveguide

Schalldruck unter Winkeln (0°, 15°, 30°, 45°, 60° & 90°) & Impedanz

 scan_833000_winkel_hor

…normiert auf 0° (Sonogramm)

scan_833000_wg_directivity_hor

Durch das Waveguide systembedingte symmetrische Überhöhung von 1-10kHz.
Äußerst gleichmäßige Bündelung ohne nennenswerte Störungen. In weiten Bereichen ein dem sog. Constant-Directivity sehr nahe kommendes Richtverhalten.Die minimale Aufweitung um 2,5kHz kann durch geschickte Wahl des Mittel,- bzw. Tiefmitteltöners und entsprechender Filterung egalisiert werden.

Ausschwingverhalten

scan_833000_wg_bd_sonogram

Insgesamt sehr gleichmäßiges und zügiges Ausschwingen über alle Frequenzen.

Im Superhochton >15kHz minimal verzögert.

harmonische Verzerrungen (90-105dB/m)

scan_833000_wg_distortions

K3 bleibt bei allen gemessenen Pegeln, selbst bei 105dB/m  > 1kHz im Bereich < 0,5% und verläuft weitestgehend unabhängig vom Anregungssignal.

K2 steigt gleichmäßig mit zunehmendem Pegel und überschreitet die 1% Marke nennenswert erst bei Pegeln >100dB.

Hervorragend!

Wertung

Frequenzgang/Richtverhalten:4.8 out of 5 stars
Einsatzbereich:5 out of 5 stars
Pegelfestigkeit:5 out of 5 stars
Konstanz /ohne Wertung:0 out of 5 stars
Anfassqualität:4.5 out of 5 stars
Preis/Leistung:5 out of 5 stars

Fazit

Dem geneigten Leser mag die eine oder andere Ähnlichkeit zum Peerless DX25TG09-04 (Vifa XD-270 F/4) am Waveguide aufgefallen sein…

Der Scan-Speak misst sich in allen Belangen praktisch gleichwertig. Er ist noch einen Tick pegelfester, könnte wohl auch noch eine Nuance tiefer getrennt werden, misst sich dafür auf Achse einen Hauch unruhiger.
In Sachen „Kalottenhochtöner mit Waveguide“ bleiben, realistisch betrachtet, keine Wünsche offen. Sehr breitbandig einsetzbar, äußerst pegelfest und in Sachen Richtverhalten nahe am Ideal, zumindest in des Autors empfinden.